Springspinnen - Phidippus

Königsspringspinne (Phidippus regius), Lokalform "White Bahamas" im Haus des Meeres, Wien
© Haus des Meeres (Pressefoto)

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Überfamilie: Springspinnenartige (Salticoidea)
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Unterfamilie: (Dendryphantinae)

D NB 650

Königsspringspinne

Phidippus regius • The Royal Jumping Spider • L'araignée-sauteuse royale

A phidippus regius HdM HdM2Königsspringspinne (Phidippus regius), Lokalform "White Bahamas" im Haus des Meeres, Wien © Haus des Meeres (Pressefoto)

 

 

A phidippus regius mapApproximative Verbreitung der Königsspringspinne (Phidippus regius)

 

 

A phidippus regius michaLRieserKönigsspringspinne (Phidippus regius), Weibchen in Privathaltung © Micha L. Rieser, ETHZ, Zürich

 

 

A phidippus regius wenzelSylvesterCC BY SA4.0Königsspringspinne (Phidippus regius), Männchen © Wenzel Sylvester, übernommen unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz

 

 

 

 

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Die Königsspringspinne ist eine im Südosten der USA und in der Karibik weit verbreitete Webspinne die wegen Ihres attraktiven Aussehens - ihre Knopfaugen entsprechen dem LORENZ'schen Kindchenschema -  und Ihres Verhaltens gerne als Terrarientier gehalten wird. Sie wird zur Zeit durch die Rote Liste der IUCN nicht erfasst, dürfte aber nicht gefährdet sein.

Verbreitung

USA und Karibik: Östliche USA, im Wesentlichen von Louisiana bis North Carolina, Bahamas, Bermuda, Dominikanische Republik, Guadeloupe, Haiti, Kuba, Martinique, Puerto Rico. Eingeführt auf der Osterinsel. Die Art wurde wiederholt mit Bananen nach Europa eingeschleppt, hat sich aber hier nicht etabliert [1; 2; 6].

Biologie

Die Weibchen haben eine Körperlänge von durchschnittlich 15 mm (7-22 mm). Die Männchen sind mit durchschnittlich 12 mm (6-18 mm) ein wenig kleiner. Die Männchen sind immer schwarz-weiß gefärbt. Bei den Weibchen gibt es verschiedene Lokalformen, die häufig auch unterschiedlich gefärbt sind. Die Originalbeschreibung findet sich bei KOCH auf Seite 147, eine neue Beschreibung bei EDWARDS auf Seite 54-55[1; 5].

Die Jungtiere leben in der Kraut- und Strauchschicht, während die Adulten Sägepalmen oder andere Palmen sowie Eichen und Kiefern in lichten Wäldern besiedeln. Die Eier werden unter der Rinde abgelegt. Die Hauptreproduktionszeit ist der Herbst [1].

Wie der Name „Springspinne“ verrät, können diese Spinnen Distanzen überwinden, die bis zum Vielfachen ihrer Körperlänge reichen. Dank ihres ausgezeichneten Sehvermögens, das ihnen auch das Erkennen von Farben ermöglicht, sind sie geschickte Jäger: Ihre Beute, wie Fliegen oder andere kleine Insekten, erspähen sie blitzschnell und erlegen sie mit einem gezielten Angriff. Sie sind keine sozial lebenden Spinnen, sondern können Artgenossen auch als Futter wahrnehmen. Zur Verpaarung setzt man ein adultes Männchen zu einem geschlechtsreifen Weibchen. Die Paarung verläuft in aller Regel friedlich, und oft kann das Männchen auch weiterhin im Behälter seiner Partnerin gepflegt werden, wenn reichlich Futter vorhanden ist [3; 4; 7].

Gefährdung und Schutz

Die Art wird durch die Rote Liste der IUCN nicht erfasst, dürfte aber in Anbetracht der weiten Verbreitung nicht gefährdet sein.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Königsspringspinne ist ein beliebtes Terrarientier und die bei uns am häufigsten angebotene Art der Gattung Phidippus. Die Preise liegen inder Größenordnung von 20-80 € oder CHF [Online-Inserate 2025].

Haltung

Als Unterbringung eignen sich besonders Terrarien mit einer größeren Höhe als Länge und Breite. Ideal für erwachsene Tiere sind Behälter von 20 × 20 × 30 cm. Die Springspinnen halten sich in der Regel besonders gerne im oberen Teil des Terrariums auf, wo eine Temperatur von 28-30 °C erreicht werden sollte und spinnen dort auch ihr Netz. Das Bodensubstrat sollte immer ganz leicht feucht gehalten werden. [4; 7]

Haltung in europäischen Zoos: Die Königsspringspinne ist z.B. seit 2025 im Haus des Meeres in Wien zu sehen [3].

Mindestanforderungen an Gehege: Es gibt im deutschsprachigen Raum keine tierschutzrechtlichen Mindestanforderungen an die Haltung von Spinnen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Königsspringspinne wurde 1846 von Carl Ludwig Koch, Kreisforstrat in Regensburg und Zoologe, der sich auf Insekten und Spinnentiere spezialisiert hatte, unter ihrem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. Koch stellte auch die Gattung Phidippus auf und beschrieb eine weitere Art dieser Gattung [5; 8].

 Literatur und Internetquellen

  1. EDWARDS, G.B. (2004)
  2. GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY
  3. HAUS DES MEERES - Pressemitteilung vom 27.01.2025
  4. INSEKTENLIEBE - SPRINGSPINNEN
  5. KOCH, C. L. (1846): Die Arachniden - Getreu nach der Natur abgebildet und beschrieben. Dreizehnter Band, Seite 146. Verlag J. L. Lotzbeck, Nürnberg.
  6. SPINNENFORUM WIKI
  7. TERRARIUM WISSEN
  8. WORLD SPIDER CATALOGUE